WIE FING ALLES AN
...
Alles fing an, als das Leben meines
alten schwarzen Doggerüden endete. In einem „Hunde“ –Buch
suchte ich nach einem Hund, der im Vergleich zur Dogge
kleiner, ein größeres Fell, ein wenig mehr Wächter und
überhaupt nicht gerade kompliziert sein sollte. Und siehe
da! Als ich mich zur der Rasse „Hovawart“ durchblätterte,
war die Beschreibung unter unscheinbaren Fotographie derart,
dass man den Hund nicht nur um jeden Preis haben wollte,
sondern auch heiraten würde. Begeistert und fest entschlossen
eilte ich zur Freundin in der Kinologischen Vereinigung,
um über einen baldigen Wurf in Erfahrung zu bringen. Sie
lachte meinend: „In Österreich gibt es einige, die meisten
in Deutschland, bei uns keinen.“ Kalte Dusche! Dass es
solche „Überhunde“ in Slowenien nicht gibt! Ein Fehler!
Wir steckten die Köpfe zusammen, schrieben ein amtliches
Schreiben der Kinologischen Vereinigung Sloweniens an
die zuständige Stelle in Deutschland, dass der neue selbständige
Staat Slowenien keinen Hovawart hat und es sehr schön
wäre, wenn man mir, als einer verantwortlichen und liebenden
zukünftigen Besitzerin bei der Beschaffung eines solchen
Superhundes (oder Hündin – Farbe unwichtig) behilflich
sein könnte. Aber anstatt, dass die Deutschen von unserer
(meiner) Begeisterung zu Tränen gerührt sein würden, antworteten
sie ruhig und gelassen, dass ich auf der Warteliste die
153.-ste bin, was cca. 3 Jahre bedeutete! Wieder eine
Enttäuschung! Und der Wandelgang begann – der deutsche
Zuchtreferent für Neufundländer stellte auf den slowenischen
Ausstellungen regelmäßig aus. Den freundlichen Herren
baten wir auf der ersten Ausstellung um Hilfe, der sich,
obwohl es nicht einfach war, sehr bemühte. Der erste Wurf,
wo ich ein Tierchen hätte bekommen könne, hatte einen
genetischen Fehler. Bei einem anderen kamen nur zwei Hündinnen,
die schon längst vergeben waren. Im dritten Wurf in Norddeutschland
hatte man 6 Hunde und 12 Kandidaten, die alle dort erscheinen
sollten, damit sich der Besitzer entscheiden konnte –
mir schien es, ich sei ohne jede Chance.

Branko Lavrenèiè mit Ben |
Jedoch endlich, in Württemberg gab es
einen nicht vergebenen schwarzen Rüden. Nach einigen Telefonaten
einigten wir uns auf den Tag der Übergabe und mit dem
Freund machten wir uns auf den weiten, weiten Weg. Kleine
Gasse, kleines Haus, riesiger Garten und kritisch beobachtende
Besitzer. Auf einmal kam um die Ecke die Hundemutter angelaufen,
sprang mich an, legte mir die Pfoten auf meine Schulter
und leckte mir übers Gesicht. Angeblich war es das größte
Kompliment, das die Hundemama Tila einem Fremden machen
konnte, und ich bekam so einen großen Pluspunkt, dass
mir der kleine, zehn Wochen alte flauschige Cliff übergeben
wurde.
Später, als wir uns mit den Züchtern
anfreundeten, sagten sie mir, dass ich ihn nicht bekommen
hätte, wenn sie das Gefühl hätten, ich sei nicht die richtige
und ich wäre die 2000 km umsonst gefahren. Die Empfangsübergabe
wurde von einem Berg von Bestätigungen, Versträgen und
Zusicherungen begleitet, dass mit dem Hund ja alles so
sein würde, wie es sein sollte, verweinte Augen der ganzen
Familie, winkende Hände, bis wir nicht von der Straße
abbogen. Mein kleines, schwarzes Glück mit besorgten und
traurigen Schnäuzchen lag die ganze lange Fahrt eingerollt
auf meinem Schoß. Und dann läuteten sehr oft die Telefone,
einiges interessierte die Züchter, einiges auch mich.
Der kleine, schwarze Haufen aber wuchs, stellte so manches
und an und wir mochten uns immer mehr. Weil er aber auch
unseren Freundeskreis verzaubert, organisierte seine Züchterin
die Einfuhr zweier Hündinnen und drei Rüden. Fast gleichzeitig
mit Cliff aber kam nach Slowenien eine richtig schöne
blonde Hündin aus Tschechien.

Meta Berce mit Clif und Ajša |
Danach begannen die Würfe, die Rasse
wurde immer bekannter, beliebter und zahlreicher. Auf
Anregung des Branko Lavrencic entstand vor einigen Jahren
die Sektion für Hovawarts unter der Schirmherrschaft des
Slowenischen Vereins für große Rassen und Moloseen. Wir
wurden von dem Wunsch gefasst, damit etwas Gutes für die
Züchtung und Promotion unserer Hunde getan zu haben. So
bemühen wir uns jeder nach seinen Möglichkeiten und den
besten Wünschen für das gemeinsame Ziel. Viele unserer
Mitglieder sind außerordentlich fleißig, strebsam und
ergeben. So hatten wir in den letzten vier Jahren sehr
angenehme und lehrreiche Treffen in Ajdovšèina, Ljubljana,
Celje und Maribor, mit dem Versuch den Besitzern, Züchtern
und den zukünftigen Besitzern mit Rat zu helfen. Viele
interessante Informationen sammelte auch Branko Lavrencic
in den letzten Jahren auf den Vernetzungsseiten. Vor uns
sind aber auch viele neue Aufgaben – eines von diesen
auch das vor ihnen liegende aktualisierte Band, in die
Zuchtordnung wollen wir einige Veränderungen einführen,
dass die slowenische Zucht des Hovawart gesund bleiben,
sowie
noch besser und typischer würde. Wir wünschen uns auch
die Übersetzung aus dem deutschen Buch über Hovawarte.
In Maribor wird im September 2004 wird im Rahmen einer
internationalen Hundeausstellung eine spezielle Ausstellung
der Hovawarte – d. h. mit speziellem Schiedsrichter für
die Rasse aus Deutschland! Kurz gesagt, an Wünschen und
Zielen wird es uns nicht fehlen. Wir kennen uns viele
schon lange Jahre, einige weniger, immer mehr scheint
es mir, dass sich nur gute Menschen mit schmucken Hunden
(wichtig ist, dass sie uns gefallen, unabhängig von den
Ausstellungserfolgen). Wenn wir untereinander weiterhin
Freunde bleiben, sich wie eine eins für das Wohlergehen
unserer Überbärtigen bemühen, werden wir gewiss noch viel,
viel erreichen: Angenehmes und Nützliches für uns alle!
Ich wünsche, wir würden in Zukunft noch
mehrere
Meta Berce, Vorsitzende der Sektion
